Girl´s Day2011

Workshops wurden von Profis geleitet – »Wir durften überall ganz viele Fragen stellen«

Girl’s Day: anspruchsvolles Angebot für Jugendliche

 

Von Elli Brandt

Raeren

Alles, was Mädchen so interessiert, wurde am vergangenen Samstag im Jugendheim Raeren geboten, in neun Workshops, und alle waren ausgebucht, manche überbucht.

»Rund 50 Mädchen hatten sich angemeldet, und zwischen 70 und 80 sind gekommen«, erzählt Jugendarbeiter Tom Rosenstein. Erfreut, aber nicht wirklich überrascht sind die Veranstalter. Einen Girl’s Day gibt es in Raeren zwar schon seit 2006, doch im Vergleich zum diesjährigen Programm waren die bisherigen Mädchentage Miniveranstaltungen.

Ein Gewusel auf den Fluren

Im Verbund, als Netzwerk Jura, konnten die Jugendzentren Raeren, Eynatten und Hauset in diesem Jahr den Zwölf- bis Achtzehnjährigen ein wirklich anspruchsvolles Angebot präsentieren. Vor allem, weil die Workshops von Profis geleitet wurden. So war diejenige, die den Mädels die Haare glättete oder, nach Wunsch Locken hineinzaubert, eine gelernte Friseurin. Sie wurden von einem Profi geschminkt und später fotografiert. Und auch in allen anderen Workshops trafen sie auf Profis.

Ein Gewusel auf den Fluren vor dem Raum, in dem Frisuren, Kosmetik und Fotoshooting auf dem Programm standen. Und im Raum herrschte Gedränge, mehr als im Warteraum eines Starfriseurs. Wer endlich vor dem Spiel saß, der strahlte. »Ja, die Haare glätten«, wünschte sich Michelle. Die zwölfjährige Clara wünschte sich Locken. Und schon beim Frisieren schielten sie rüber zur Kosmetikerin, zu all den Tiegeln, Döschen und Tuben, Stiften und Pinseln. Ein paar Stühle weiterrücken, schon war man vom Friseursalon in ins Kosmetikstudio gerückt.

»Klar schminken wir uns auch zu Hause«, verraten die Mädels, »aber hier bekommen wir richtig gute Tipps.« Nicht zu viel, nicht zu wenig, und vor allem das Richtige – das sei gar nicht so einfach hinzukriegen. Für den Alltag reiche Kajal, Wimperntusche und Lipgloss. In diesem Workshop durfte es das große Make-up sein, »mit Foundation, Rouge und Puder«, schwärmt eine Zwölfjährige: »Denn anschließend geht es zum Fotoshooting.«

Anstehen war bei der Fotografin nicht zu vermeiden. Und die Spannung war groß, beim Warten darauf, dass man endlich auf die Couch darf, dass Spots und Kamera auf einen gerichtet sind. »Natürlich gucken wir die Sendung Germanys next Top Model«, verraten die Girls. Fast genauso spannend war der Workshop im Jugendheim in Raeren. Und was den Mädels besonders gut gefiel: »Wir bekommen eine CD mit unseren Bildern geschenkt.«

Zwischen Frisieren und vor der Kamera posieren gab es zwischen 13 und 19 Uhr reichlich Zeit, um auch all die anderen Angebote kennenzulernen. Fast alle Girls hatten vier Workshops besucht. Sich einmal so richtig an einem Schlagzeug austoben, »das habe ich mir schon immer gewünscht«, erzählte die vierzehnjährige Anissa Palm. »E-Gitarre war auch ganz super«, meint Astrid Croé. Dann schwärmen beide vom Selbstverteidigungskurs. Was be-sonders gut ankam: »Wir durften überall ganz viele Fragen stellen und bekamen richtig gute Antworten und eine gute Anleitung.«

»Schön, mal keine Jungs dabei zu haben«

Welchen Workshop sie am interessantesten fanden, das konnten einige gar nicht entscheiden. »Comic zeichnen war super interessant«, meinten einige. »Im Workshop zum Thema Facebook haben wir viel darüber gelernt, wie wir uns schützen müssen«, erzählten andere. Auch für das Ganzkörpertraining Pilates fanden sich genug Interessentinnen, und auch über Liebe und Sexualität zu reden war etlichen Mädchen wichtig. »Schön, auch mal keine Jungs dabei zu haben«, wurde bemerkt: »Wären Jungs dabei, dann würde viel mehr gekichert.«

»Die Mädchen konnten sich freier, unbefangener geben«, hat auch Tom Rosenstein festgestellt. Bei den alltäglichen Treffen im Jugendzentrum dominieren die Jungs mit 70 bis 80 Prozent, die Mädels sind in der Minderheit. Doch auch nur für Jungs soll es demnächst etwas Vergleichbares wie den groß angelegten Girl’s Day geben. »Vielleicht werden wir dann einen Motor auseinander nehmen und wieder zusammenbauen. Es wird Tipps für Mofos geben, auf jeden Fall Action und natürlich Musik.«

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